GESCHICHTE

Hamdorf als „Mutterdorf" der im Eiderknie liegenden Orte

Von Hammathorp bis Hamdorf

Die älteste urkundliche Erwähnung Hamdorfs stammt vom 28. Mai 1285. „Hammathorp“, wie es damals genannt wurde, gehörte zu den Ländereien zwischen Eider und Schlei, um die 1285 ein Streit zwischen Herzog Waldemar von Schleswig und dem dänische König Erich Glipping entbrannte. Auf dem Reichstag zu Nyborg am 28. Mai 1285 kam es zu einer Entscheidung. Hammathorp ging in den Besitz Erich Glippings über. Da bei dieser Schlichtung außer Hammathorp kein weiterer Ort zwischen Eider und Sorge erwähnt wird, gilt es als sehr wahrscheinlich, dass Hamdorf das Mutterdorf für die heute umliegenden Orte Elsdorf-Westermühlen, Bargstall und Hohn ist. Erst als die Einwohnerzahl Hamdorfs zunahm, müssen Familien ausgezogen sein, um sich in der näheren Umgebung anzusiedeln. So entstanden vier Dörfer in der direkten Nachbarschaft. Die auffällige Häufung einiger Familiennamen in diesen Dörfern bis heute (wie z. B. Ehlers, Sievers, Storm, Holtorf, Lensch, Gosch, Stamp, Möller, Frahm, Thode, Eggers, Thöming und Sick) unterstützt diese Annahme.

Aber das Gebiet im südlichen Eiderbogen ist wahrscheinlich schon wesentlich früher bewohnt gewesen. Zeugnisse erster Besiedlung stammen bereits aus der Steinzeit. Steinäxte und Pfeilspitzen aber auch Feuerstellen und Brandgruben, ein Urnenfriedhof und zwei Megalithgräber gehören zu den Hinterlassenschaften der ersten menschlichen Bewohner, die bis heute überdauert haben.

In früherer Zeit waren große Teile der Kimbrischen oder auch Jütischen Halbinsel mit dichten zusammenhängenden Waldflächen bedeckt. Eine dieser großen Waldflächen erstreckte sich zwischen Eider und Sorge. Auf der höher gelegenen Landfläche zwischen den beiden Flüssen, die in der vorletzten Eiszeit vor ungefähr 200.000 Jahren geformt wurde, stand wahrscheinlich schon zu Urzeiten ein dichter Wald. Der Hammwald, der auf frühen Karten aus dem siebzehnten Jahrhundert auch als „dat Hamholt“ oder schlicht „die Hamme“ bezeichnet wird. Wenn auch vom ehemals mächtigen Hammwald nur noch kleine Teilstücke erhalten sind, findet sich der Wortstamm bis heute in Gebiets- und Ortsnamen wie Osterhamm, Mittelhamm, Sophienhamm und eben Hamdorf.